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„Ich muss in den Stollen“

Advent 22 / Der andere Adventskalender hat 28 „Türchen“ (21)

Als Relikt der Bergarbeitertradition im Erzgebirge befinden sich während der Advents- und Weihnachtszeit ab Einbruch der Dunkelheit in vielen Fenster ein mit Kerzen beleuchteter Schwibbogen.

   In der dunklen Jahreszeit brachte er die Sehnsucht der Bergleute nach dem Sonnenlicht zum Ausdruck, die während der Wintermonate noch bei Dunkelheit in den Stollen einrückten und erst nachts wieder auf dem Heimweg waren.

   Jedes Licht stellte ursprünglich eine aus dem Berg zurückgebrachte Grubenlaterne dar. Ein vollständiger Lichtbogen am Haus bedeutet, dass alle Arbeiter dieses Hauses wohlbehalten aus der Grube zurückgekommen sind.

   Neben den traditionellen Motiven aus dem Arbeits- und Lebensalltag der Bergarbeiter finden in die Gestaltung von mittlerweile Schwibbögen auch die Darstellung von Landschaften oder lokalen Sehenswürdigkeiten Eingang – beispielsweise die Dresdner Frauenkirche oder andere Ortskirchen.

   Der Name kommt von einem als „Schwib-“ oder „Schwebebogen“ bekannten architektonischen Bauteil: Ein Bogen, welcher frei zwischen zwei Mauern zu schweben scheint.

   Besondere Verbreitung dieses Adventsbrauches hat der Schwibbogen in Sachsen, Thüringen und in der Oberpfalz (Bayern) gefunden. Er ist vermehrt auch in anderen Regionen Europas vorzufinden.

   Der mit 25 Metern Breite derzeit größte freistehende Schwibbogen der Welt wurde 2012 in Johanngeorgenstadt aufgestellt.

   Grube/Stollen/Christstollen – Der alte Witz. Sagt eine Rosine zu einer anderen Rosine: „Warum trägst Du einen Schutzhelm?“ Antwortet die Rosine mit dem Schutzhelm: „Ich muss in den Stollen“. - red

   Qu.: Fachliteratur, Wikipedia

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