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Immobilien im Eigentum der Stadt Speyer

Beim Pressegesprächs zur Vorstellung des Jahresberichts 2025 der Wirtschaftsförderung der Stadt Speyer am gestrigen Dienstag (3.3.26) habe ich für den Speyer-Report nach der Anzahl der Immobilien im Stadtzentrum im Eigentum der Stadt Speyer gefragt. - Bernhard Bumb

   Antwort der Verwaltung: Derzeit befinden sich 11 Objekte im städtischen Eigentum. Hierzu zählen die Maximilianstraße 8, 11, 50, 60, 73, 90 und 99, die Roßmarktstraße 34/35, die Schustergasse 8 sowie die Wormser Straße 8. - Presse: Janine Friedmann

   Maximilianstraße 8 - Rückgebäude im Ratshof, nach dem verheerenden Stadtbrand 1689 (Pfälzischer Erbfolgekrieg) im Stil der damaligen Zeit wieder aufgebaut. 1706 als "Herrn Quantzen seel. Fr. wittib haus" erwähnt. Umbauten: 1870 und 1973.

   Maximilianstraße 90 - "Alte Münze", vormalige "Münze" (Mittelalter), die hier stand, wurde 1689 zerstört. Heutiger Bau 1748 begonnen: "Neues Kaufhaus am Markt". 1874 durch den Ingenieur der Stadt Speyer Heinrich Jester umgebaut und aufgestockt. Umschlagplatz für Handel auf dem Rhein, einst Sitz der Stadtverwaltung, einst Schule, Waaghaus und Post. Erdgeschoss in der heutigen Gestalt (Durchgang) seit 1976. Unter dem Gebäude fließt der Stadtbach (Kanal). Bildhauerarbeiten an der Schauseite von Gottfried Renn und Johann Schäfer. Auf dem Giebel stand die Göttin Fortuna des Bildhauers Vincenz Möhring - wegen Absturzgefahr schon seit langer Zeit im Historischen Museum der Pfalz (Foyer). Denkmalpflege: von hohem städtebaulichen Rang. Gegenwärtig: Einzelhandel im Erdgeschoss, darüber städtische Büros.

   Maximilianstraße 99 - "Hohenfeldtscher Hof" - "Sophie von La Roche-Haus", Nach 1689 anstelle von drei zerstörten Häusern um 1700 erbaut, wahrscheinlich für den Domsyndikus Henrici, dann Eigentümer der Domherr von Hohenfeld. Hier wohnte von 1780 bis 1786 der ehemalige Kanzler des Kurfürsten von Trier Georg Michael von La Roche und seine Frau, die erste bedeutende deutsche Schriftstellerin Sophie von La Roche, die Großmutter von Clemens und Bettina Brentano. Bettina heiratete einen Herrn von Arnim, ein Vorfahre des früheren Dozenten an der Universität Speyer, Univ.-Prof. Dr. Hans Herbert von Arnim. Sophie veranstaltete in diesem Haus literarische Treffen, u. a. mit Friedrich von Schiller, der bei einem Teekränzchen in diesem Haus die Idee zu seinem "Don Carlos" gehabt haben soll. Im Dritten Reich (Nationalsozialismus) war in diesem Haus die Kreisleitung der NSDAP ansässig und vorm Eingang flatterte die Hakenkreuzfahne. Später war hie rdas Sozialamt untergebracht, in der jüngeren Vergangenheit die Buch-Antiquariate "Bücherwurm" und "Marsilius". Seit mehreren Jahren befindet sich im Obergeschoss die Kulturraum-Galerie. Inzwischen finden in diesem Haus Ausstellungen statt. Ein Gedenkzimmer erinnert an die Familie von La Roche. Eine Bereicherung ist im Erdgeschoss eine Werkstatt für Buchrestaurierungen und Papierkunst.

   Roßmarktstraße 34/35 - "gegen die Stadtmauer gebaut".

   Schustergasse 8 - Hier stand bis 1689 das Haus des Bürgermeisters Spengel. Das heutige Haus wurde 1712 für den Krämer Georg Hartmann Friedel errichtet. Trotz baulicher Veränderungen hat das Gebäude die Form und Wirkung eines barocken Hauses bewahrt.

   Wormser Straße 8 - einst im Erdgeschoss "Stoff Rook", durch eine Explosium zerstört. Inzwischen ist das Erdgeschoss für den Einzelhandel vorgesehen, in den oberen Etagen werden wohl städtische Büros eingerichtet. - bb

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