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Judenbad in Speyer © SchUM-Städte e.V.

SchUM-Stätte sind Positivbeispiele

ICOMOS-Monitoringbeauftragte bestätigen Fortschritte in Sachen Schutz, Erhalt und Vermittlung

Speyer/Worms/Mainz: Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz haben beim jährlichen präventiven Monitoring-Besuch durch Prof. Brigitte Mang, Beauftragte der Monitoring-Gruppe von ICOMOS Deutschland, große Anerkennung erhalten.

   Die Expertin hob die vorbildlichen Fortschritte bei Schutz, Erhalt und Vermittlung des UNESCO-Welterbes hervor und bezeichnete die laufenden Maßnahmen als „bundesweite Positivbeispiele“.

 

Regelmäßige Begleitung durch ICOMOS

   Die Monitoring-Gruppe von ICOMOS Deutschland (International Council on Monuments and Sites), die sich mit der Beratung der deutschen Welterbestätten befasst, besteht aus rund 70 Fachleuten aus verschiedenen denkmalrelevanten Disziplinen. Seit der ,Anerkennung als UNESCO-Welterbe im Juli 2021 begleiten Prof. Mang und ihr Kollege Dr. Markus Blaich als Experten in den Bereichen Baudenkmalpflege, Archäologie, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Gartendenkmalpflege die SchUM-Stätten in Fragen von Schutz und Erhalt und stehen bei laufenden und geplanten Projekten beratend zur Seite. „Die wichtigste Aufgabe der Monitoring-Beauftragten ist es, durch frühzeitige Beratung zur Konfliktvermeidung bzw. zur Konfliktminderung beizutragen“ so ICOMOS Deutschland.

   Einmal im Jahr finden Vor-Ort-Begehungen statt, bei denen das Site-Management (SchUM-Städte e.V.), das Welterbesekretariat, das Referat Kulturelles Erbe des MdI, die Landesdenkmalpflege und die Landesarchäologie, die städtischen Vertreter u.a. der SchUM-Koordination, der Denkmalbehörden und Kultur- und Bauämtern sowie die Eigentümer (Stadt Speyer und Jüdische Kultusgemeinde Mainz-Rheinhessen) vertreten sind, um einen gesamthaften Überblick über den Zustand der Welterbestätte zu bekommen und sich über die neusten Entwicklungen und Projekte auszutauschen.

   „Als serielles Welterbe mit vier Komponenten in drei Städten ist der fachübergreifende Austausch vor Ort entscheidend“, betont Birgit Kita, Site-Managerin und Geschäftsführerin des SchUM-Städte e.V. „Gerade im Hinblick auf die geplanten Besuchszentren wollen wir uns in diesem Jahr verstärkt der Frage der Vermittlung widmen – mit dem Ziel, unser Welterbe nicht nur internationalen Gästen näherzubringen, sondern auch die Menschen vor Ort und jeden Alters über die jüdische Geschichte und Kultur in ihrer Heimat umfassend zu informieren“, so Kita weiter.

 

Erfolgreiche Entwicklungen in allen drei Städten

   Im Speyerer Gemeindebezirk „Judenhof“, der mit Mikwe, Synagoge und Frauenschul zu den ältesten Zeugnissen jüdischen Lebens in Europa zählt, lag der Fokus auf der Sanierung der Westwand der mittelalterlichen Frauenschul. Außerdem wurden die geplanten Vermittlungsräume vorgestellt, die künftig Workshops und Führungen für Kinder, Jugendliche und Schulklassen beherbergen sollen.

   Auf dem jüdischen Friedhof „Judensand“ in Mainz, einem der ältesten und größten mittelalterlichen jüdischen Friedhöfe Europas, wurden die Fortschritte bei der Restaurierung der Grabsteine sowie die neue Einfriedung besichtigt. Im Mittelpunkt stand zudem das derzeit entstehende Besuchszentrum, das 2026 eröffnet wird und damit das erste der drei Besuchszentren des seriellen Welterbes darstellt.

   In Worms standen die Sanierungsarbeiten an Synagoge und Mikwe im Fokus. Besonderes Augenmerk galt der Neugestaltung des Synagogengartens, in dem künftig ein barrierearmer Steg mit Vermittlungselementen auf Deutsch und Englisch Einblicke in die mehr als 1.000-jährige Geschichte des jüdischen Lebens in Worms geben wird. Darüber hinaus wurden aktuelle Ergebnisse der Kellerforschung in der Judengasse vorgestellt, die zudem im Rahmen der SchUM-Kulturtage im Oktober in Worms öffentlich präsentiert werden. Auch der jüdische Friedhof „Heiliger Sand“ sowie die Pläne für das Wormser Besuchszentrum am Neumarkt samt „SchUM-Lab“ wurden besichtigt. Das SchUM-Lab ist seit der umfangreichen Instandsetzung u.a. für Workshops und für Veranstaltungen im Rahmen der SchUM-Kulturtage geöffnet.

 

Positives Fazit

   In einer abschließenden Runde fasste Prof. Mang ihre Eindrücke nochmals zusammen: „Auch im zurückliegenden Jahr ist wieder viel in den SchUM-Stätten geschehen. Es beeindruckt mich, mit welchem Engagement alle Beteiligten an den Projekten erfolgreich zusammenarbeiten. Beispielsweise die Maßnahmen im Wormser nSynagogenbezirk, die den Folgen des Klimawandels begegnen, sind bundesweite Positivbeispiele.

   Mit der Eröffnung des Besuchszentrums in Mainz im nächsten Jahr und den weiteren geplanten Vermittlungsangeboten in Speyer und Worms werden wir zudem zentrale Orte der Vermittlung haben. Es sind wichtige mMeilensteine, um den Schutz, Erhalt und die Vermittlung des UNESCO-Welterbes für die kommenden Generationen zu sichern. Dafür spreche ich allen Beteiligten meine Glückwünsche und Anerkennung aus.“ - Presse SchUM-Städte e.V.

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