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- Veröffentlicht am Mittwoch, 24. Dezember 2025 19:23
Statue Konrad II. im Dom zu Speyer © Bernhard Bumb
Eine Weihnachtsgeschichte: Weihnachten anno 1024 in Minden
Auf dem Reichsumritt – auch Königsumritt genannt – nach seiner Wahl und Krönung zum König machte sich Konrad II. auf die Huldigungsreise durch Deutschland.
Los ging die Reise des Hofstaates – Hof des Konrad und Hof der Königin – nach der Krönung des neuen Königs in Mainz (Johanniskirche). Gisela wurde aus bisher nicht gänzlich geklärtem Grund erst Tage später in Köln zur Königin gekrönt und nicht wie Konrad von Erzbischof Aribo von Mainz sondern von Erzbischof Pilgrim von Köln. Es dürfte wohl Spannungen in dieser Angelegenheit gegeben haben.
14. November 1024 – der königliche Hof hat Nimwegen verlassen, für den Abt von Lorsch wird wahrscheinlich in Huissen bei Arnheim, beziehungsweise im Lorscher Hof Gent eine Urkunde ausgestellt. In Vreden wird Konrad von den Äbtissinnen Adelheid von Vreden und Sophia von Essen empfangen, Töchter Kaiser Ottos II. und dessen Gattin Theophanu, Schwestern Kaiser Ottos III. Die Huldigung der Äbtissinnen bedeutet deren Achtung des Übergangs der ottonischen Macht an den neuen König, mit dem sie (entfernt) verwandt sind.
In Dortmund trifft Konrad Anfang Dezember ein und hält einen Hoftag, zu dem Herren aus Westfalen sowie die Bischöfe von Münster und Osanbrück anreisen. Die hohen Herrschaften schließen sich der Wahl in Kamba an. Wahrscheinlich wird auf diesem Hoftag zu Dortmund das Weihnachtsfest in Minden vorbereitet.
25. Dezember 1024, Weihnachten – In Minden wird Weihnachten bei Bischof Sigebert gefeiert. Anwesend sind die Großen aus Engern, aus Ostfalen, Meinwerk von Paderborn, Bruno von Augsburg, Wigger von Verden, Erzbischof Hunfried von Magdeburg, Hildeward von Zeitz, Luizo von Brandenburg, Unwan von Hamburg-Bremen, Herzog Bernhard II. von Sachsen, die sächsischen Grafen Hermann und Siegfried. Zu Ehren des Königspaares Konrad und Gisela wird das „Königslob“ gesungen.
Den Weihnachtsgottesdienst feiern Konrad und Gisela gekrönt und wohl auch in Anwesenheit von Reichszepter, Reichsapfel und Reichsschwert. Bei höchst feierlichen Anlässen, wie das Weihnachtsfest, werden die Insignien der königlichen Macht von hochgestellten Personen dem Königspaar voraus getragen.
Das Erscheinen unter der Krone als gesalbte und geweihte Personen an Weihnachten, Ostern und Pfingsten verdeutlicht die Stellung der Könige als Stellvertreter Christi auf Erden. Nun huldigen auch die Sachsen Konrad II., der König bestätigt ihre Rechte. König Konrad und Königin Gisela halten sich am 1. Januar 1025 in Paderborn auf. - bb
