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1. Tarifrunde im Einzelhandel Rheinland-Pfalz 2026

Auftakt der Tarifverhandlungen: Arbeitgeber mahnen zu wirtschaftlichem Augenmaß

Am heutigen Tag findet in Mainz die erste Runde der Entgelttarifverhandlungen für den Einzelhandel in Rheinland-Pfalz statt. Ein Angebot der Arbeitgeberseite wird nicht vorgelegt. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 13. Mai 2026 angesetzt.

 

Arbeitgeber fordern Augenmaß

   Dr. Nelly B. Gerig, Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite, erläutert zu Beginn die wirtschaftliche Lage des Einzelhandels und lässt sich die bereits schriftlich übermittelten Forderungen von ver.di darlegen. „Was ver.di hier fordert, geht an der Realität vieler Betriebe vorbei. Mehr als sieben Prozent Lohnerhöhung bedeutet für zahlreiche Unternehmen: weniger Stellen, weniger Ausbildungsplätze, im schlimmsten Fall die Schließung. Wir fordern unseren Sozialpartner auf, die ernste Lage des Einzelhandels anzuerkennen und an einem Tarifabschluss mit Augenmaß mitzuwirken", so Dr. Gerig.

 

Die Forderungen von ver.di

   Monika Di Silvestre, Landesfachbereichsleiterin Handel und Verhandlungsführerin von ver.di für den Einzel- und Versandhandel in Rheinland-Pfalz-Saarland, sowie Gewerkschaftssekretär Stefan Prinz bringen folgende Forderungen ein: eine tabellenwirksame Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent, mindestens jedoch 225 Euro monatlich, einen rentenfesten Mindeststundenlohn von 14,90 Euro, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro sowie eine Laufzeit von 12 Monaten.

 

Branche an der Belastungsgrenze

   Dr. Gerig verweist auf die anhaltend schwierige Lage der Branche: Stagnierenden Umsätzen stehen seit Jahren steigende Kosten bei Personal, Miete, Logistik und Wareneinkauf gegenüber. Viele Betriebe, besonders der innerstädtische Fachhandel, kämpfen zusätzlich mit rückläufigen Kundenfrequenzen und dem Wettbewerbsdruck durch außereuropäische Onlineplattformen. Einigkeit herrschte darüber, dass die wirtschaftlichen Belastungen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber treffen, der Einzelhandel kann jedoch nicht die Versäumnisse der Politik kompensieren. „Wir nehmen die Interessen der Beschäftigten ernst. Aber ein Tarifabschluss, der Betriebe in die Enge treibt oder Ausbildungsplätze kostet, dient am Ende niemandem", betont die Verhandlungsführerin.

 

Verhandlungen vertagt

   Die Verhandlungen finden in sachlicher Atmosphäre statt und werden nach gut zwei Stunden ohne Ergebnis vertagt. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 13. Mai 2026 angesetzt.

   Der Handelsverband Rheinland-Pfalz vertritt die Interessen von ca. 12.000 Unternehmen mit insgesamt 150.000 Beschäftigten des Handels in Rheinland-Pfalz. - Presse: Handelsverband Südwest e. V., Kerstin Stutzkeitz

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