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- Veröffentlicht am Samstag, 02. Mai 2026 05:53
v. l. Kirsten Klemstein-Patzelt, Steffen Patzelt, Oliver Seifert (Beisitzer im Vorstand UfS), Rosemarie Keller-Mehlem (Vorsitzende UfS), Erich Kinder. © BB/UfS
Solidarität mit den Beschäftigten von Mann+Hummel
Der 1. Mai steht für soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und Solidarität
"Erst unsere Jobs, dann Eure Profite!" - unter diesem Motto lud der DGB zum Tag der Arbeit in die Walderholung.
Der Vorsitzende Yves Geiger sprach nach der Begrüßung direkt an, was alle bewegt: die angekündigte Schließung von Mann+Hummel. Am Standort Speyer sei seit 1952 gute Arbeit geleistet worden unterstrich DGB-Urgestein Axel Elfert. Er hob die Bedeutung von Gerechtigkeit für den sozialen Frieden hervor.

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler zeigte sich entschlossen: Aufstehen für Menschenwürde und Gerechtigkeit und das Zusammenwirken von Arbeitgeber und Arbeitnehmern sei ein Gebot der Stunde. Sie kritisierte mit klaren Worten, dass der Standort Speyer der Profite wegen aufgegeben werden solle und wies auf die große Verantwortung der Unternehmensleitung hin. Mit dieser, den Beschäftigten, der Mitarbeitervertretung, der Gewerkschaft und dem Land RLP stehe sie im Austausch.
Die Arbeitnehmer hätten gute Arbeit geleistet und darauf vertraut, dass diese zähle. Sie als OB und wir als Stadt stehen an der Seite der Beschäftigten und kämpfen mit ihnen um den Erhalt des Standorts. Hinter den über 600 Arbeitsplätzen stehen Menschen mit ihren Familien, die zum Teil schon viele Jahre Mann+Hummel verbunden sind.
Das Werk habe den Industriestandort Speyer maßgeblich mitgeprägt. "Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass für die Arbeitnehmer tragfähige Lösungen gefunden werden."
Betriebsratsvorsitzender Gerhard Weis dankte der Oberbürgermeisterin für ihren Einsatz. Laut Gesetz sei der Betriebsrat voll umfänglich über geplante Änderungen zu informieren gewesen. Dies sei nicht geschehen. Die angekündigte Schließung liege nicht an den Arbeitnehmern, sondern an einer Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten Jahren. Darin werde eine geringere Gewinnmarge vorhergesagt.
Sein Kollege Thomas Heßler konkretisierte, dass von den aktuell 654 Arbeitnehmern viele schon über Jahrzehnte hier am Standorte tätig seien. "Wir sind nur noch eine Zahl in der Betriebsmasse", brachte Daniel Dinaro sein Empfinden zum Ausdruck. Enttäuschung und Ängste würden vorherrschen. Bei mehreren rollten auch Tränen.
Aus alter Verbundenheit äußerte sich Herbert Preis, der 1964 bei der Filap seine Ausbildung begonnen hatte und auf das Gelernte sein Leben lang bauen konnte. Tränen seien kein Zeichen von Schwäche, ordnete er ein.
In seiner Mairede unterstrich Albrecht Bähr, Landesdiakoniepfarrer, die gemeinsamen Werte der christlichen Soziallehre und der Gewerkschaften. Er forderte eine Kultur der gemeinsamen Verantwortung in der Demokratie. Diese sei eben kein Kuschelkurs. Der Staat sei um des Menschen Willen da, nicht umgekehrt.
Auch wir als Wählergruppe UfS - Unabhängig für Speyer - drücken unsere Solidarität mit den Beschäftigten von Mann+Hummel aus. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler sofort mit allen Akteuren das Gespräch aufgenommen hat.
Nun gilt es Haltung zu zeigen und Vertrauen wieder herzustellen. Vertrauen ist die Basis der Demokratie. Diese muss geschützt werden, gerade in einer Zeit, in der immer mehr Menschen das Gefühl haben, im turbokapitalistischen System abgehängt zu werden.
Gerechtigkeit und Solidarität müssen sich in konkreten Lösungen zeigen, die miteinander auf Augenhöhe gesucht werden. - Presse: Rosemarie Keller-Medhlem (UfS)
