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- Veröffentlicht am Samstag, 17. Juni 2023 08:47

Georg Michael Frank von La Roche © gemeinfrei
Sophie von La Roche lädt wieder zu sich in Speyer ein (Teil 4/Schluss)
Georg Michael Frank von La Roche / Seit 23. Mai ist die Sophie von La Roche-Gedenkstätte wieder geöffnet
Von Bernhard Bumb
Graf Anton Heinrich Friedrich von Stadion zu Thann und Warthausen (*1691, +1768), hatte eine Geliebte: die Tänzerin Anna Catharina La Roche, angeblich die Tochter eines französischen Offiziers. Als die Tänzerin schwanger wurde, musste sich der ledige Graf etwas einfallen lassen, schließlich war diese Verbindung nicht standesgemäß und eine Ehe mit Anna Catharina La Roche ausgeschlossen.
Da kam der adlige Herr auf eine Idee. Er bat einen Freund, den Arzt Johann Adam Frank, Vater von 15 Kindern und verwitwet, die Anna Catharina La Roche zu heiraten mit der Zusage, dass er sich um das Kind kümmern wird. Der 69-jährige Freund willigte ein. Zwei Monate vor der Geburt des Kindes stirbt Herr Frank.
Graf Stadion erwies sich jedoch als pflichtbewusster Vater seines außerehelichen Kindes. Der Junge, geboren am 4. April 1720, bekommt den Nachnamen seiner Mutter – La Roche – und als dritten Vornamen den Familiennamen des Arztes und Stadions Freund: Frank
Als der unehelich geborene Georg Michael Frank fünf Jahre alt wurde nahm ihn sein Vater bei sich per Adoption auf, der Sohn bekam nun die beste Ausbildung der damaligen Zeit, die Grundlage wurde für seinen Aufstieg bis zum Amt eines kurfürstlichen Kanzlers und zu seiner Erhebung in den Adelsstand: von La Roche.
1724 verheiratete sich Graf Stadion standesgemäß mit Maria Anna Auguste Antonia Euphemia Euphrosina von Sickingen, beide sind Eltern von drei Töchtern und zwei Söhnen.
Die Sophie-von-La-Roche-Gedenkstätte ist donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Quellen (Teil 1 bis 4/Schluss): Geschichte der Stadt Speyer (Kohlhammer Verlag); Klotz/Rölle: Speyer – Kleine Stadtgeschichte; Kulturdenkmäler Rheinland-Pfalz – Band 1/Speyer; mehrere Beiträge zum Thema in Wikipedia; Klaus Haag/Jürgen Vorderstemann: Meine liebe grüne Stube; Franz Karl: Mei Büchle; Bernhard Bumb: private Notizen; Bernhard Bumb: „Vom Heim der Domkapitulare...“ in: Speyerer Tagespost vom 19.10.2001.
