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- Veröffentlicht am Dienstag, 20. Mai 2025 14:17
Brezelfest: Stellungnahme des Verkehrsvereins Speyer e. V. und der Verkehrsverein Speyer VeranstaltungsGmbH
Claus Rehberger als Geschäftsführer und Uwe Wöhlert als Vorsitzender des Vereins berichten zur Diskussion um den Brezelfestumzug und die geplante Brezelfestparade 2025
Die aktuell in der Presse und den sozialen Medien geführte Debatte bedarf einer Klarstellung
Die Amokfahrt in Mannheim fand am Rosenmontag, den 3. März in diesem Jahr statt. Dies beeinflusste neben der Terrorfahrt in Magdeburg am 20. Dezember letzten Jahres die Gespräche um die Umsetzung der erforderlichen Sicherheit beim Sommertagszug am 30. März.
Der kurze Zeitraum zwischen Mannheim und dem Sommertagszug war gefüllt von Gesprächen, Planungen, Veränderung des Sicherheitskonzeptes bis zur letztendlichen Genehmigung einer veränderten Zugstrecke mit dem Aufstellungsplatz im Domgarten.
Uns war erkennbar, dass der erforderliche Aufwand für einen Brezelfestumzug 2025 mit längerer Zugstrecke, mehr Umzugsteilnehmer (nebst Fahrzeugen) und sehr vielen Zuschauern einen sehr großen Mehraufwand für eine Sicherheitskonzeption erfordern wird.
An dieser Stelle sei bemerkt, dass der Verkehrsverein Speyer e. V. seit 1910 das Speyerer Brezelfest veranstaltet, den Umzug seit 1911. Natürlich immer in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Speyer. Der Verkehrsverein Speyer hat rund 680 Mitglieder, der Vorstand und Beirat besteht aus 16 Personen. Über das Brezelfest engagieren sich rund 100 Mitglieder für einen reibungslosen Fest- und bisher auch Umzugsverlauf.
Bei aller Diskussion wird leider oft vergessen, dass neben dem Umzug ein großes Volksfest, mit sehr großer Gästesicherheit, und ein Höhenfeuerwerk organisiert werden. Und für diese, wie auch den Aufmarsch am Donnerstag, gibt es eigene Sicherheitskonzepte (Teile 1, 3 und 4).
In diesem Jahr sahen wir uns als Verein und Veranstalter nicht in der Lage das Sicherheitskonzept für den Brezelfestumzug in der notwendigen Tiefe zu erstellen. Denn neben dem genehmigungsfähigen Konzept ist dann vor allem die Planung der Sicherheitsmaßnahmen vorzunehmen.
Diese sind umfangreich im Vorfeld zu organisieren. Um den Umzug herum dann tatsächlich zu veranlassen und am Tag selbst sicherzustellen, dass die Planung auch umgesetzt ist und funktioniert. Eine große Aufgabe im Vorfeld und rund um die Veranstaltung selbst. Und dies in einem immer knapper werdenden Zeitfenster. Alle Hilfsangebote aus der Stadtgesellschaft und aus dem Landkreis haben diese komplexe Aufgabe nicht gelöst.
Zur zeitlichen Abfolge und dem Vorwurf untätig gewesen zu sein: Am 30.März fand ein sehr gelungener Sommertagsumzug statt. Am 4. April führten wir ein Gespräch mit unserer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und dem Verantwortlichen für Veranstaltungssicherheit in Speyer Christian Kölsch.
Aufgrund der Komplexität vereinbarten wir einen Termin mit allen Sicherheitsbehörden für den 11. April. Trotz der vielfältigen Unterstützungsangebote sagten wir nach dem Gespräch den Umzug telefonisch bei der Oberbürgermeisterin ab.
Am 23. April gab es nach Ostern ein weiteres Gespräch im ganz kleinen Kreis mit dem Inhalt Optionen (wie z. B. verkürzte Zugstrecke) zu prüfen. Die Komplexität blieb, so dass wir jetzt offiziell und öffentlich den Brezelfestumzug 2025 absagten. Dies mit dem Versprechen nach den
Sommerferien die Planung 2026 zu starten um dann im Ehrenamt mit einem größeren, zeitlichen Vorlauf das Notwendige zu tun.
Dass die Absage keine Freude auslöst, war uns als Veranstalter klar. Teils harsche Reaktionen trafen uns, fälschlicherweise die Stadtverwaltung (da nicht Veranstalter), aber auch viel Respekt für die Aufgabe mit vielen sehr ernstgemeinten Hilfsangeboten. Und was uns freut, wir fanden neue Mitglieder als Mitstreiter.
Stadtverwaltungsintern berief die Oberbürgermeisterin eine Arbeitsgruppe ein, so Presseberichte vom 30. April. Am 2. Mai bat uns die Oberbürgermeisterin mit unserem Geschäftsführer und unserem Zugchef Dennis Peterhans zu einem Gespräch für den 5. Mai.
Dort stellte uns Fachbereichsleiter Thomas Zander zusammen mit der Oberbürgermeisterin ein Konzept vor, dass eine verkürzte Zugstrecke, nur Fußgruppen und die Übernahme der Sicherheitskonzeption (und Umsetzung) durch die Stadtverwaltung vorsah.
Unsere Zusage erfolgte unter Gremienvorbehalt für die Sitzung des Vereinsvorstand am 8. Mai. Das
zeitgleich die Sitzung des Stadtrats stattfand war zufällig, da langfristig für beide Gremien geplant. Die Zusage von unserer Seite erreichte die Oberbürgermeisterin noch am gleichen Abend.
Die vielen Vorwürfe, Stellungnahmen und Anmerkungen, ob substanziiert oder polemisch gehen teilweise an der Sache vorbei. Die zeitliche Abfolge war u. E. rasch getaktet, zumal neue Wege beschritten werden. Obgleich das Brezelfest sehr wichtig ist, bleibt es die schönste Nebensache der Speyerer und ihrer Gäste.
Wir freuen uns auf die neue Veranstaltungspartnerschaft bei der Brezelfestparade, finden das ein gutes Modell für einen kommenden Brezelfestumzug. Und feiern gern sechs großartige Tage vom 10. bis zum 15. Juli.
Wenn wir drei Wünsche frei hätten:
1. Konzentrieren wir uns jetzt auf die vor uns liegenden Aufgaben, die groß genug sein.
2. Der Verein freut sich immer über speyer-begeisterte Mitstreiter, natürlich als Mitglieder im Verkehrsverein Speyer e. V. (siehe www.verkehrsverein-speyer.de)
3. Lasst uns die Brezelfestparade 2025 mit vielen Teilnehmern, kreativen Ideen und vielen jubelnden Zuschauern an der Zugstrecke zu etwas Besonderem machen. Gilt doch: Speyer hält zusammen. - Uwe Wöhlert, Claus Rehberger/Pressebild: Detlef Oertel

