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Sparkassen-Vorstand Oliver Kolb betont: "An der Börse Geld anzulegen, heißt nicht automatisch zu spekulieren. Im Gegenteil, wer langfristig Wertpapiere kauft, beteiligt sich an realen Unternehmen und kann an deren Erfolg teilhaben". - Bild: SKV

SKV: Wie Anleger an Erfolgsgeschichten teilhaben können

An der Börse Geld anzulegen, heißt nicht automatisch zu spekulieren. Im Gegenteil, wer langfristig Wertpapiere kauft, beteiligt sich an realen Unternehmen und kann an deren Erfolg teilhaben. Warum dies kein neuer Trend oder nur eine Modeerscheinung ist, sondern ein breites Fundament bietet, erläutert Oliver Kolb, Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorderpfalz.

Herr Kolb, wissen Sie noch, welche die beliebteste App bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland war?

Oliver Kolb (lacht): Ja, seinerzeit gab es noch gar keine Smartphones, also auch keine Apps. Es ist wirklich verblüffend, dass die Markteinführung von Smartphones gerade einmal zehn Jahre her ist. In dieser Zeit hat es das Produkt geschafft, sich fast flächendeckend über alle Generationen und Gesellschaftsschichten zu verbreiten. Eine Entwicklung in Lichtgeschwindigkeit, denn der Sprung vom klassischen Wählscheiben-Telefon zum ersten Mobiltelefon dauerte Jahrzehnte.

Firmen wie Apple, Samsung und LG haben davon profitiert.

Oliver Kolb: Das ist richtig. Die großen Hersteller, allen voran die innovativen Unternehmen, haben von dieser Entwicklung profitiert und tun dies noch heute. Das lässt sich an den Verkaufszahlen ablesen und zeigt auch die Entwicklung der Aktienkurse, beispielsweise die Kursentwicklung von Apple. Aber nicht nur die großen Hersteller sind die Profiteure, sondern auch Sensorhersteller, Chipunternehmen und Software-Entwickler.

Telekommunikationstrends kommen klassischerweise aus den USA oder Fernost. Was ist mit Deutschland?

Oliver Kolb: Hierzulande liegen die Stärken in der Tat mehr im Maschinenbau, in der Automobilbranche oder in der Chemischen Industrie wie hier in Ludwigshafen. Erfolgsgeschichten von Unternehmen sind etwa Adidas, BASF und SAP aber auch Automobilwerte wie Daimler, BMW, Audi oder die Siemens AG. Jeder kennt diese Firmen, deren Produkte und häufig auch die Geschichten dahinter.

Wir sprechen immer darüber, wie Unternehmen von Trends und Entwicklungen profitiert haben. Was ist mit den Anlegern?

Oliver Kolb: Sparer können sich an diesen Erfolgsgeschichten beteiligen, indem sie Wertpapiere wie zum Beispiel Aktien kaufen. Als Aktionär sind sie unmittelbarer Miteigentümer des Unternehmens – natürlich abhängig von der investierten Summe in der Regel nur zu einem kleinen Teil. Dennoch sind Aktionäre etwa in Form eines steigenden Aktienkurses oder von Dividendenzahlungen am Erfolg beteiligt. Genauso müssen Anleger aber auch die Risiken wie fallende Kurse bis hin zur Unternehmenspleite mittragen. Wer beispielsweise gleich zu Beginn des letzten Jahres deutsche DAX-Werte kaufte, konnte bis Anfang 2018 einen Wertzuwachs seiner Aktien von im Schnitt etwa elf Prozent verbuchen. Natürlich können die Aktienmärkte nach den deutlichen Anstiegen der vergangenen Monate jederzeit in eine vorübergehende Korrektur fallen. Aber so lange die Konjunktur weiter hält, steht auch das Fundament für die Aktienmärkte. In Zeiten der Niedrigzinsen führt bei der Suche nach sinnvollen Anlagealternativen letztlich kein Weg an Wertpapieren vorbei: Die Dividende ist der neue Zins.

Ist es für den einzelnen Anleger nicht äußerst schwierig, einzelne Unternehmen zu bewerten und die richtigen auszusuchen?

Oliver Kolb: Das ist in der Tat schwierig und auch zeitaufwendig. Allein an der Deutschen Börse waren per Anfang Dezember 2017 (www.deutsche-boerse.com) knapp 450 Unternehmen gelistet. Man muss Bilanzen lesen, sich in der Branche des jeweiligen Unternehmens auskennen, und beurteilen können, wie viel Potential in einem Unternehmen steckt. Sein Geld nur in ein Unternehmen zu investieren, wäre viel zu riskant. Da ist man mit einem Fonds, der in eine Vielzahl an Wertpapieren anlegt und von einem Profi verwaltet wird, in einer komfortableren Situation. Natürlich gibt es auch bei Fonds Risiken, denn die Kurse an den Finanzmärkten schwanken. Das kann zu Verlusten führen.

Also sind Fonds eher riskant und im Zweifel auch eher nur etwas für Wohlhabende?

Oliver Kolb: Es ist sehr viel riskanter, in einzelne Unternehmen zu investieren als zum Beispiel in einen ganzen Korb voller Wertpapiere. Wichtig sind besonders bei Aktien ein längerfristiger Anlagezeitraum und regelmäßiges Sparen. So erhöhen sich die Chancen, dass Schwankungen Verluste abfedern oder sogar genutzt werden können. Stichwort Durchschnittskosteneffekt: Schwächelt die Konjunktur und sind die Kurse unten, erhalten Anleger für die gleiche Sparsumme mehr Fondsanteile. Umgekehrt gilt dies natürlich genauso. Der Grundgedanke von Fonds besteht darin, eine Wertpapieranlage bereits mit kleinen Beträgen zu ermöglichen. Bei regelmäßigen Sparsummen sprechen wir hier von Beträgen ab 25 Euro. Das Beste ist, sich ausführlich beraten zu lassen. -Albert Schlarp-

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