REISEN

Grönland: Atemberaubend schön / Das einsame Naturparadies im Eis der Arktis
(
Teil 2)

Reisebericht und Bilder von Michael Stephan

Am späten Nachmittag wartet dann die „Sarfaq Ittuk“ auf uns: es ist kein luxuriöses, aber ein gepflegtes Schiff, die Kabinen sind geräumig, das Essen ausgezeichnet. Der Rahmen für unsere kleine Kreuzfahrt entlang der Küste stimmt also. Wir lehnen an der Reling und lassen die atemberaubende Landschaft an uns vorbeiziehen. Immer wieder legt das Schiff in kleinen Küstenstädtchen wie Maniltsoq oder Sisimut an: In Sisimut machen wir einen Landgang – hier sind wir schon über dem Polarkreis hinweg. Sisimut ist mit rund 5.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Grönlands. Die Gründung der heutigen Stadt geht auf die Verlegung einer bereits 1724 gegründeten Handelsstation im Jahr 1764 zurück. Doch schon im 15. Jahrhundert lockten reiche Bestände von Robben und Walen sowie das stets eisfreie Meer Walfänger an diesen Teil der Küste Westgrönlands. Die Verarbeitung von Krabben ist heute der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Sisimut, hier steht eine der modernsten Verarbeitungsanlagen der Welt.

Direkt am alten Hafen in einem ehemaligen Lagerhaus haben verschiedene Künstler ihre Werkstätten eingerichtet. Hier kann man zuschauen, wie Rentiergeweihe verarbeitet werden - ob zu Schmuck oder Tupilaks, den traditionellen Schnitzfiguren der Inuit. Am nächsten Morgen ist schon gegen fünf Uhr Aufstehen angesagt, die ersten Eisberge sind zu sehen und zu bestaunen. Die versprochenen Wale – da war leider (noch) Fehlanzeige. Gegen Mittag nähern wir uns Ilulissat - dem Ort der Eisberge und heute die Touristenhochburg des Landes.

Das Hotel des Landes, Hotel Arctic, hoch über der Stadt etwas außerhalb gelegen, aber hier ist Komfort gepaart mit einem fantastischen Blick auf Hafen und Bucht mit den Eisbergen. Die drittgrößte Stadt des Landes wurde unter dem dänischen Namen Jakobshavn im Jahr 1741 vom Kaufmann Jacob Severin gegründet. Ilulissat liegt am Kangia Eisfjord, der ungeheure Mengen Eis ins Meer entlässt. Die obligatorische Fabrik zur Verarbeitung von Fisch und Krabben ist hier ebenso zu finden wie mehrere tausend Schlittenhunde – die Stadt liegt 280 km nördlich des Polarkreises und damit in der „Schlittenhundezone“.

Während der Sommermonate lockt ein fantastischer Blick über den Eisfjord, der seit 2004 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Im Winter werden Hundeschlittenfahrten durch die Polarnacht angeboten. Direkt am Hafen erinnern drei kleine Museen an die Geschichte der Stadt und des Landes. Sehenswert ist auch die Zionskirche aus dem Jahr 1782, die bereits 1779 vorgefertigt und dann hierher transportiert wurde. Einen Teil der Kirche hat man früher aufgrund einer besonderen Vereinbarung als Krankenhaus genutzt. -Fortsetzung folgt-