REISEN

REISEN: Männer-Wochen-Ende

Reisebericht und Bilder von Michael Stephan

Die Akteure sind: Opa Michael (69 Jahre), Schwiegersohn Marc (42 Jahre) und Enkel Noah (fast 11 Jahre)

Orte der Handlung: Lug, Hauenstein, Schwanheim - Wasgau also

Schon seit zwei Jahren war es unser Wunsch, wir machen mal ein „Männer-Wochenende“ in einer Hütte oder ähnlicher Unterkunft mit allem “Drum und Dran“ aber ohne unsere Frauen beziehungsweise die Mutter. Wie Noah meinte: „Äfach ohne narrische Weiber“… Ein wunderschöner Freitag im Juli 2017, bestes Wetter war vorhergesagt und drei Männer starten in Schifferstadt; Außenstehende müssen gedacht haben: „Die machen wohl zwei Wochen Campingurlaub“, aber neben Bettzeug, Monopoly-Spiel, UNO-Spiel, Scotland-Yard Spiel waren auch diverse Kaltgetränke, zum Teil auch mit Alkohol und vor allem „Grillgut“ in rauhen Mengen einzupacken.

In Lug angekommen wurden die Betten verteilt, wie es sich gehört Vater und Sohn zusammen, der Opa im anderen Raum und dann wurde erst mal gespielt; mehrere Runden UNO waren angesagt und der Opa (also der Schreiber dieser Zeilen) war immer der Verlierer. Böse Geister waren da im Spiel... So gegen 18 Uhr durfte Enkel Noah unter Aufsicht von Opa den Grill anzünden; Opa hat wie vor 55 oder 60 Jahren damals im Lindenweg in Speyer (dem Elternhaus) das „Anmach-Holz“ fein säuberlich gehackt – und das unfallfrei – mit reichlich vorhandenen Holz wurde es ein richtig gutes Feuer und dann kam die Grillkohle darüber – der Schwenkgrill wurde aufgestellt (aber ohne Lyoner, es waren ja keine Saarländer dabei), die Steaks und Bratwürste von Marc fachmännisch gegrillt. Diverse Soßen, Brot und andere Kleinigkeiten rundeten das Essen ab.

Vergessen, einfach vergessen“ haben wir das gesunde Gemüse für den Grill, wir geloben Besserung beim nächsten Mal. Das ein oder andere Bier, Sprite und Cola gab es dazu. Damit das Bauchweh keine Chance hat wurde mit Hochprozentigen nachgespült. Und danach war wieder Monopoly angesagt. Marc wurde langsam blass und ruhig, seine Barschaft war fast am Ende; er war halt zu oft im Gefängnis – und das nicht nur als Gast. Aber zum Glück nur im Spiel. Irgendwann gegen 23 Uhr war das Spiel noch nicht zu Ende, aber wir alle müde….

Am nächsten Morgen (Samstag) gegen halb 8 runter in den Ort Lug in das „Einkaufscenter“ zum Brötchen holen; ein kleines Geschäft, links die Theke mit Brot und anderen Backwaren, rechts davon die Theke mit Fleisch und Wurst und daneben und gegenüber alles andere, was man so braucht...Da wurden Kindheitserinnerungen wach. Marc hatte in der Zwischenzeit Kaffee gekocht und Noah kam dann auch aus dem Bett und meinte total verschlafen: „Männer, des werd än schääne Taag“. Nach dem Frühstück kam dann der Spruch des Tages, wieder von Noah: „Wenn ihr zwei jetzt Geschirr macht und aufräumt, werde ich in der Zeit etwas chillen….“; so ist sie halt, die Jugend. Aber waren wir früher anders? Ich glaube: nein.

Auch ohne Enkelhilfe wurden wir fertig und nach kurzer Beratung war klar, wir fahren an den Paddelweiher nach Hauenstein. Sind ja nur wenige Kilometer und sportliche Betätigung ist immer gut. Die Sitze der Tretboote waren vom Gewitterregen noch nass, deswegen haben wir uns für das Ruderboot entschieden. Wäre eine gute Wahl gewesen, wenn einer Ahnung vom Rudern gehabt hätte – für Zuschauer, und von denen gab es genug im Biergarten am Weiher – bestimmt Spaß und Freude, für Marc und mich harte Arbeit. Noah hatte vorsorglich die Rolle des Steuermannes oder Kapitäns übernommen, er bestimmte die Richtung und wir versuchten dies umzusetzen. Aber mit Wille und Kraft haben wir es geschafft und einmal den Weiher in alle Richtungen befahren.

Im „Nussbaum“

Nach einem kleinen Spaziergang hatten wir eine Stärkung - Kuchen, Flammkuchen, Hefeweizen und Cola - redlich verdient. Und wieder hatten wir das Gemüse vergessen…. Beim nächsten Mal. Am Nachmittag, zurück im Wochenend-Haus, war wieder Spielen angesagt bis dann gegen halb 6 ein leichtes Hungergefühl einsetzte. Ins Auto und ab nach Schwanheim in den „Alten Nussbaum“, dort hatte ich 14 Tage vorher schon einen Tisch bestellt. Wunderbare Rumpsteak mit kross gebratenen Zwiebeln beziehungsweise ein Schnitzel von der Wutz, dazu ein flüssiges und süffiges Weizen für die Männer, Noah war mit Sprite zufrieden, goldgelbe Pommes – nur für Gemüse war auf den Tellern einfach kein Platz. Der „alte Nussbaum“ in Schwanheim – nicht unbedingt gerade vor der Haustür – aber eine „TOP-Adresse“ wenn es um gutes Essen geht.

Zurück in Lug wieder spielen, erzählen und eine kurze Mail an die Frauen mit dem Hinweis, wie gut es uns geht. Sonntagmorgen, das Wetter hatte sich etwas geändert, in der Nacht war Regen und Gewitter durchgezogen und es war spürbar kühler geworden, daher Frühstück im rustikal gemütlichen Wohnzimmer. Nach einigen Runden UNO – dabei habe ich sogar zwei Spiele gewonnen – war dann aufräumen, einpacken und heimfahren angesagt. Noah schaffte es sogar, seine Sachen zu finden und einzupacken – mehr aber auch nicht. Dafür haben die beiden „Großen“ alles auf Vordermann gebracht, sogar noch einen Eintrag ins Gästebuch geschafft und am frühen Nachmittag waren wir wieder zu Hause in Schifferstadt beziehungsweise in Speyer.

Ein ereignisreiches, spannendes und schönes Wochenende war zu Ende. Ein Wochenende ohne Fernsehen – wir haben nichts, aber auch gar nichts vermisst. Deswegen haben wir beschlossen, das machen wir bald wieder. Und dann gibt es vielleicht sogar Gemüse auf einen der Teller, nur wenn dies trifft, das müssen wir noch beschließen.

Infos: Zum Alten Nussbaum, Familie Grimm, Wasgaustr. 17, 76848 Schwanheim; Tel. 06392-1886; Ruhetag: Dienstag, von November bis April: Montag u. Dienstag: Reservierung unbedingt erforderlich.

Übringes: Eine wunderschöne Wanderung zu den „Geiersteinen“ kann man von Lug in etwa zwei Stunden angehen, direkt neben der Pfarrkirche ist der Rundweg bestens ausgeschildert. Den haben wir uns vorgenommen – beim nächsten „Männerwochen-Ende“ in Lug.