Judo

Ippon für Speyer durch Marlene Galandi. - Bild: Barbara Richter

JUDO: Starker Heimauftritt in Speyer: hart umkämpftes Unterschieden mit Spannung bis zum Schluss

In ihrem ersten Heimkampf der Saison 2018 haben die Frauen des JSV Speyer in einem hoch spannenden Duell mit dem Deutschen Meister TSG Backnang ein 7:7-Unentschieden erkämpft

Dass der amtierende Deutsche Meister ein schwerer Gegner werden würde, war klar. Die Niederlage, die der JSV gegen Backnang 2017 im Halbfinale einstecken musste, wollten die Speyerer Frauen nicht wiederholen. Aufgrund Verletzungen konnte allerdings dieses Mal nicht auf die bewährte Unterstützung aus dem Ausland zurückgegriffen werden, aber die Teamcheffinnen Johanna Müller und Barbara Bandel zeigten, dass auch mit deutscher Besetzung Höchstleistungen aufgestellt werden können.

Im ersten Durchgang leuchtete vor allem Lea Schmid (-78 kg), die im letzten Kampf keine leichte Aufgabe gegen die fünf Jahre ältere Sanne van Dijke hatte, die vor gerade einer Woche den 7. Platz bei der Europameisterschaft in Tel Aviv holte. Schmid, die ihre erste Saison für Speyer kämpfte, punktete schon früh mit Waza-ari. Die Speyererinnen bangten, wie lange die 18-Jährige die Führung halten könnte. Van Dijke setzte wiederholt an und versuchte immer wieder, den Kampf zu ihren Gunsten zu gestalten, doch Lea Schmid hielt dagegen. Sekunde um Sekunde hielt sie die Führung bis fast zum Schluss. Ein Waza-ari von van Dijke brachte den Kampf ins Golden Score, das nach kurzer zugunsten der Niederländerin entschieden wurde.

Trotzdem lag Speyer am Ende des ersten Durchgangs mit 4:3 in Führung. Nach einem verhaltenen ersten Kampf, der mit einem umstrittenen Sieg für Backnang endete, krönte Johanna Müller (-57 kg) ihr Comeback nach der Verletzungspause mit einem dynamischen Ippon gegen Romy Tarangul. Die erfahrene Antoinette Hennink aus Backnang hatte gegen Samira Bouizgarne (+78 kg) zu kämpfen. In ihrer ersten Saison für Speyer ging Bouizgarne stark und kraftvoll gegen Hennink ans Werk und drängte sie mehrmals in die Ecke. Gegen Ende legte die Speyererin sogar nochmal zu, konnte aber trotz lautstarker Unterstützung durch das Team den Ippon nicht verhindern: 2:1 für Backnang. Mascha Ballhaus (-48 kg) brachte den Ausgleich. Um die Führung zu erzwingen, ging Jennifer Englisch sehr aktiv gegen die Speyererin Rebecca Bräuninger (-63 kg) vor, doch ohne Erfolg. Mit einem weiteren umjubelten Ippon brachte Bräuninger den JSV in Führung, doch das reichte den Speyerinnen noch nicht: Nach spektakulären fünf Sekunden pflückte Marlene Galandi (-70 kg) einen weiteren Ippon. Nach dem Punkt für Backnang durch van Dijke im letzten Kampf stand es am Ende des ersten Durchganges 4:3 für Speyer.

Der zweite Durchgang begann unerfreulich: Ippon gegen Seja Ballhaus (-52 kg). Dabei startete der Kampf gut, doch nach einer Sanitäter-Unterbrechung für Backnang kam die JSV-Kämpferin nicht mehr in den Kampf rein. Auch Vanessa Müller (-57 kg) unterlag. Den Ausgleich brachte ein Hansokumake für die Gegnerin von Selina Dietzer, ein Ippon von Mascha Ballhaus sicherte Speyer wiederum die Führung. Bis 63 kg ging Rebecca Bräuninger genauso dynamisch und kraftvoll vor wie im ersten Durchgang mit dem gleichen Ergebnis: Ippon und 7:5 für Speyer. Marlene Galandi gelang es nicht, ihren Sieg zu wiederholen, und nachdem auch Lea Schmid wiederum gegen Sanne van Dijke unterlag, endete der Kampftag mit einem Unentschieden 7:7. Mit dem Wissen, dass es knapp war und auch anders hätte ausgehen können, zieht Teamchefin Barbara Bandel das Resümee: „Ich hatte mir eigentlich mehr erhofft, trotzdem kann man mit einem Unentschieden gegen Backnang durchaus zufrieden sein. Es wäre zwar mehr drin gewesen, aber man muss auch zugeben, dass die Aufstellung gegen uns sehr clever ausgewählt war.“ -Seán McGinley-