BUNT GEMISCHT

Ein Kaufmann von Speyer und die Burg Spangenberg

Ein Fall individueller jüdischer Resilienz im späten 14. Jahrhundert / Montag, 15. April 2019, Villa Ecarius, 19.30 Uhr

Vortrag von Dr. Jörg Müller, Universität Trier

Speyer. - Am 18. Juni 1385 verlieh Erzbischof Adolf I. von Mainz, Administrator des Bistums Speyer, die hochstiftisch-speyerische Burg Spangenberg auf sechs Jahre an den in Speyer ansässigen Juden Kaufmann. Dass Aufbau und Inhalt der Urkunde weitgehende Übereinstimmung mit Lehnsauftragungen der Speyerer Bischöfe aufweisen, hat bereits vor geraumer Zeit Spekulationen über eine ansonsten im Reichsgebiet bislang nicht nachgewiesene Belehnung eines Juden mit einer Burg ausgelöst. Dagegen wurde von der Forschung bislang völlig übersehen, dass die zeitlich befristete Übertragung der Feste einen höchst aufschlussreichen Fall „individueller Resilienz“ eines gut informierten und weit vernetzten Speyerer Juden vor dem Hintergrund sich abzeichnender antijüdischer Gewaltmaßnahmen repräsentiert.

Dr. Jörg Müller ist seit 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt “Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich” des Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier. - Der Eintritt ist frei. -Christiane Pfanz-Sponagel-