BUNT GEMISCHT

Freuen sich über die hervorragende Resonanz der Ausstellung (von links): Kuratorin Claudia Germann, Herbert Lohrum, Hermann-Josef Ehrenberg und Institutsdirektorin Dr. Sabine Klapp. - Bild: BezVerbPfalz

Landschaftsgärten in der Pfalz

Volles Haus bei Ausstellungseröffnung in der Pfalzbibliothek

Kaiserslautern. - „Gärten sind Orte der Ruhe, Erholung und Harmonie“, so begrüßte Institutsdirektorin Dr. Sabine Klapp die zahlreichen Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung „Geplante Natur – Landschaftsgärten der Pfalz in Beispielen“ in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern. Im 18. Jahrhundert sei in England eine neue Form von Gärten entstanden: „Der natürlich aussehende Landschaftsgarten hat den streng geordneten Barockgarten abgelöst.“ Sie dankte Kuratorin Claudia Germann, die auch ein Begleitheft zusammengestellt habe.

Landschaftsarchitekt Hermann-Josef Ehrenberg, der einiges zum Thema veröffentlicht hat, stellte unter anderem den bedeutenden deutschen Gartengestalter Friedrich Ludwig von Sckell vor. Er habe in der Pfalz beispielsweise den Schlossgarten in Worms-Herrnsheim, den Kellergarten in Dirmstein und in Trippstadt den Schlossgarten und seine Verknüpfung zum Karlstal geschaffen. „Diese Anlage ist von großer kulturgeschichtlicher Bedeutung.“ Die streng geometrische Form des Trippstadter Schlossparks im französischen Stil werde erweitert durch einen etwa einen Kilometer steilen Weg ins Karlstal, von dessen „wildromantischer Atmosphäre“ Sckell begeistert war. Ehrenberg sprach sich dafür aus, dieses Landschaftspotenzial stärker touristisch zu nutzen. Die Anlage habe ein Alleinstellungsmerkmal und sei von überregionaler Relevanz. Sie könne zum Beispiel für Konzerte, ökumenische Gottesdienste, Oldtimer-Treffen, Kostümveranstaltungen und Gartentheater genutzt werden. Zusammen mit Gastronomie und Hotellerie könne man den Garten zu einer Marke des Ortes entwickeln.

Ausstellung bis 13. Juli 2019

Buchautor Herbert Lohrum stellte das Gartenbauunternehmen Gebrüder Siesmayer aus Frankfurt am Main vor, das in Kaiserslautern nachweisbar 16 von 34 Anlagen in der Pfalz geschaffen habe. So entstanden im späten 19. Jahrhundert in Kaiserslautern unter anderem der Jean Schoen-Park (heute in die Gartenschau integriert), der Park um das Anwesen von Ludwig Adolph Ritter (Am Vogelgesang 22) und die Anlagen der Villa Karcher und Krieger in der Lauterstraße, die heute zum japanischen Garten gehören; noch immer kann man die Mauer sehen, die die beiden Parks voneinander getrennt hatte.

Die Ausstellung zeigt anhand von Fotos, Zeichnungen, Plänen, Dokumenten und Literatur einige Beispiele von Landschaftsgärten in der Pfalz, darunter der Gienanth-Park in Eisenberg, der Schlosspark Kirchheimbolanden, der Schloss- und Kurgarten sowie der Park um das Kloster Limburg in Bad Dürkheim, die Parkanlage in Trippstadt und die Gärten in Kaiserslautern. Die Schau in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern, Bismarckstraße 17, ist bis zum 13. Juli montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen. -Regina Reiser-