BUNT GEMISCHT

Ein Christ mit kritischem Geist, aber auch mit der Kraft zur Versöhnung“

Speyer. - Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann würdigt die Verdienste von Heiner Geißler – Einsatz vor allem für die Ökumenischen Sozialstationen.

Als „einen Menschen, dem es vor allem um die politische Botschaft des Evangeliums ging“, würdigt der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den verstorbenen Dr. Heiner Geißler. Die Frage nach den praktischen Konsequenzen des christlichen Glaubens habe Geißler ein Leben lang beschäftigt. „Er verfolgte dieses Ziel auf vielen Wegen, in seinem politischen Wirken, aber auch als Buchautor und jemand, der sich vielfältig für gesellschaftliche Anliegen engagiert hat.“

Mit der Gründung der Sozialstationen habe Geißler, der von 1967 bis 1977 rheinland-pfälzischer Sozialminister war, im Bundesland Rheinland-Pfalz und damit auch im Bistum Speyer bleibende Spuren hinterlassen. Das bundesweit erste Kindergartengesetz sowie der Erziehungsurlaub, den Geißler Anfang der 80er-Jahre als Bundesfamilienminister eingeführt hatte, nennt Bischof Wiesemann als Beispiele dafür, dass „die katholische Soziallehre für Heiner Geißler keine abstrakte Theorie war, sondern eine große praktische Bedeutung für die Gestaltung des Zusammenlebens hatte.“

Als Autor habe sich Geißler immer wieder auch mit religiösen Fragen auseinandergesetzt. „Viele Menschen haben durch ihn Anstöße erhalten, wie der christliche Glaube mit aktuellen Fragen der Gegenwart verbunden werden kann“, so Bischof Wiesemann. Mit Heiner Geißler verliere Deutschland einen über viele Jahrzehnte prägenden Politiker wie auch einen „scharfen Beobachter, der wie kaum ein anderer kritisch Position beziehen konnte, aber zugleich die Kraft zur Versöhnung und Vermittlung besaß, wie zum Beispiel als Schlichter beim Bahnprojekt Stuttgart 21“. Besonders würdigte er Geißlers Engagement für die Ökumenische Sozialstation Edenkoben-Herxheim-Offenbach, die er seit dem Jahr 2003 als erster Vorsitzender geleitet hatte. -Bistum Speyer-