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Oliver Pastor, Rolf S. Weis, Bernd Reif © GBS

SP: Geschäftsbericht 2020 der GBS

Ausblick zu den Themenschwerpunkten für das Jahr 2021 / Krisenjahr 2020 gut gemeistert

Das Jahr 2020 war auch für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Speyer eG ein ganz besonderes. Doch trotz der herausfordernden Umstände im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie konnte das Geschäftsjahr sehr erfolgreich abgeschlossen werden. Weder im Bereich des Mieterwechselprozesses noch im Forderungsmanagement traten größere Komplikationen auf. Wenige Beeinträchtigungen mussten bei den Bauaktivitäten hingenommen werden. Vorstandsmitglied Justizrat Rolf S. Weis betonte in der gestrigen Pressekonferenz, dass man Corona im Ergebnis nicht gespürt habe.

   Ein Personalausfall bei den beauftragten Fachfirmen sowie Materialknappheit führten zu einer Verschiebung der Gesamtsanierung des Objektes Burgstraße 29-31, welche jedoch mittlerweile voll im Gange ist. Es lässt sich festhalten, dass im Berichtsjahr der Satzungszweck vollständig erfüllt werden konnte. „Das Angebot einer sozialverträglichen Miete war gerade in diesem Zeiten für viele Menschen eine wertvolle Stütze“, so Oliver Pastor, kaufmännischer Vorstand der GBS.

   Im Jahr 2020 wurden 5,470 Mio Euro in Instandhaltung und Modernisierung des ausschließlich in Speyer befindlichen Bestandes investiert. So viel wie zuletzt annähernd im Jahr 2012, ergänzt der technische Vorstand, Bernd Reif. Vor allem im Wohngebiet am „Am Germansberg“ sind umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen im zweiten von insgesamt vier Bauabschnitten vorgenommen worden.

 

GBS-Immobilie Am Germansberg.

 

   Die 24 Wohneinheiten der Häuser Am Germansberg 18-32 erhielten eine energetische Ertüchtigung durch Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems, Speicherdeckendämmung sowie dem Einbau von dreifach isolierverglasten Fenstern. Darüber hinaus erhielten alle Wohnungen moderne Vorstellbalkone.

 

Steigerung der Bilanzsumme auf 73,3 Mio €

   Zudem wurden im Rahmen von Mieterwechseln 22 umfangreiche Einzelmodernisierungen vorgenommen, darunter insgesamt 11 Heizungseinbauten und in allen Fällen Erneuerungen der Badezimmer. Zuletzt konnte der Bestand an PKW-Abstellplätzen Am Germansberg um 44 erweitert werden. Mit dem Abschluss des Umlegungsverfahrens des Baugebiets „Am Russenweiher“ hat sich für die GBS zudem eine baureife Grundstücksreserve von 2.256 m² ergeben, mit dessen Bebauung frühestens nach Abschluss der Erschließungsarbeiten begonnen werden kann.

   Die Bilanzsumme ist zwischenzeitlich auf 73,3 Mio Euro gestiegen (2019: 70,0 Mio Euro) und im Wesentlichen auf den Zugang des Ankaufs der Petronia-Steiner-Straße 21-25 und dessen anteilige Kaufpreisfinanzierung zurückzuführen. Das Eigenkapital wächst letztlich auf 26,9 Mio Euro (2019: 26,2 Mio Euro), was weiterhin einer überdurchschnittlichen Eigenkapitalquote von 36,6% entspricht.

   Der Jahresüberschuss liegt mit rund 538 T Euro auf Augenhöhe mit dem Vorjahresergebnis (2019: rund 560 T Euro). Die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung sind um rund 398 T Euro auf 10,5 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Dies führt zu einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 5,81 Euro/m² Wohnfläche, wobei 89 % aller Wohneinheiten unterhalb einer Nettokaltmiete von 7,00 Euro/m² Wohnfläche liegen. Für eine durchschnittlich große GBS-Wohnung mit 69 m² Wohnfläche ist somit zum 31.12.2020 eine monatliche Nettokaltmiete von durchschnittlich 401 Euro gezahlt worden. Insgesamt weist die Baugenossenschaft nun einen Bestand an 1.491 eigenen Wohnungen und 153 Einfamilienhäusern vor.

 

Ausbau der WEG-Verwaltung

   Um einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes in Speyer zu leisten und der Nachfrage nach altersgerechtem Wohnen gerecht zu werden, setzt die Baugenossenschaft – neben der umfangreichen Modernisierungsstrategie des eigenen Wohnungsbestandes – auch auf den Grundstücksankauf zur Realisierung von Neubauvorhaben. „Wir beobachten den Markt intensiv und prüfen kontinuierlich die Angebote von baureifen Grundstücken oder Mehrfamilienhäusern“, teilt Reif mit. Weiter wird sich die GBS intensiv mit dem Megatrend Digitalisierung, verbunden mit einer modernen Arbeitswelt und zeitgemäßen Kommunikationswegen für die Baugenossen, beschäftigen und der Verwaltung ein digitales Upgrade ermöglichen.

   Ein weiterer Schwerpunkt wird auf den Ausbau der WEG-Verwaltung gelegt. Die GBS verwaltet seit mehr als 40 Jahren Eigentumswohnungen. Eine Abwahl des Verwalters durch die Eigentümergemeinschaften hat bislang nicht stattgefunden. Im Rahmen der Wachstumsstrategie ist vor wenigen Jahren der Bereich personell aufgestockt worden. Im Verlauf des Jahres 2021 wird zudem die technische Abteilung ihre Kapazitäten für die Betreuung der Wohnungseigentümergemeinschaften prüfen und anpassen. Im Anschluss will die Baugenossenschaft aktiv um neue Verwaltungsaufträge kämpfen. „Wir wollen in den nächsten Jahren von 500 verwalteten Wohneinheiten auf 1.000 wachsen“, so Pastor.

   Die sonst im Juni eines jeden Jahres stattfindende Vertreterversammlung wird aufgrund vorliegender Verfügungen und mit Rücksicht auf die Gesundheit aller Teilnehmenden am 6. Oktober 2021 stattfinden. Ist eine Präsenzveranstaltung nicht möglich, werden erforderliche Beschlüsse erneut im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. - Presse/GBS

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   Mitglieder/GBS Stand Ende 2020: 6.824. Mieteinheiten Stand Ende 2020: 1.644. WEG-Verwaltung Stand Ende 2020: 476 Eigentumswohnungen. Anteile: Jedes Mitglied der GBS kann bis zu 5 Geschäftsanteilen erwerben, ein Anteil kostet gegenwärtig 310 €. - red.

 

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