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Internationale Musiktage starten

Bach und Beethoven am Eröffnungswochenende 19./20. September

Speyer. - Die Dommusik Speyer hat aus der Not eine Tugend gemacht: Da die große Beethoven-Messe als Eröffnungskonzert der Internationalen Musiktage unter Corona-Auflagen nicht zu realisieren war, wird nun Bach gespielt. Zweimal, um 18 und um 20 Uhr, erklingen am 19. September die Kantaten „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ und „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ im Dom zu Speyer. Dabei hat Domkapellmeister Markus Melchiori, der das Festival leitet, Beethoven keineswegs aus dem Blick verloren. Bachs Präludien und Fugen des „Wohltemperierten Claviers“ waren ein Lehrwerk für den Komponisten Beethoven, das ihn lebenslang begleitete.

  Aus dem reichen Kantatenschaffen des Thomaskantors Bach sind im Eröffnungskonzert zwei markante und festlich orchestrierte Werke zu hören. In den derzeit gebotenen Abständen wird der Dom mit bach‘schen Klängen erfüllt werden. Als Solisten sind Marina Herrmann, (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Daniel Schreiber (Tenor) und Markus Lemke (Bass) zu hören. Das Barockorchester L‘arpa festante steht dabei für eine Umsetzung der Werke nach in historischer Aufführungspraxis. Domkantor Joachim Weller und Domkapellmeister Markus Melchiori leiten das Konzert. Die Einstudierung der Werke mit dem Domchor hatte sie im Vorfeld bereits vor die Herausforderung gestellt, mehr Proben mit kleineren Gruppen zu organisieren. „Wir alle freuen uns, dass es jetzt losgeht und wir zusammen und vor Konzertpublikum Musik machen können“, sagt Domkapellmeister Melchiori.

  Beim zweiten Konzert des Festivals wird dann Musik des Jubilars Ludwig van Beethovens erklingen, dem die Internationalen Musiktage in diesem Jahr gewidmet sind. Am Sonntag, 20. September, werden um 15 und 17 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche unweit des Doms die 2. und die 7. Symphonie von Beethoven gespielt. Das Originalklangensemble L’arpa festante musiziert unter der Leitung von Markus Melchiori.

  Zwei Schicksalsträchtige Stücke sind an diesem Abend vereint: „Ich will dem schicksaal in den rachen greifen, ganz nieder-beugen soll es mich gewiß nicht.“ So schrieb Beethoven 1801 an seinen Freund Franz Gerhard Wegeler während der Arbeit zur Zweiten Symphonie unter dem Leiden seiner beginnenden Taubheit. Von Verzagtheit oder Gram ist in diesem Werk nichts zu spüren, im Gegenteil: überschäumend, positiv und lebensbejahend bricht sich die Musik Bahn. In den Jahren 1810 bis 1812, zur Zeit der Entstehung der 7. Symphonie, war Beethovens Leben von einer sich verstärkenden Schwerhörigkeit geprägt. Nach der 3. Symphonie, möglicherweise auch der 5., scheint die 7. eine weitere musikalische Auseinandersetzung Beethovens mit Napoleon und dessen Politik zu sein, der gerade seinen Feldzug gegen Russland plante. Das Stück wurde anderthalb Monate nach der Völkerschlacht bei Leipzig am 8. Dezember 1813 im großen Redoutensaal der Wiener Universität unter Beethovens Dirigat uraufgeführt und war ein außerordentlich großer Erfolg.

  Karten für die Internationalen Musiktage gibt es in der Dom-Info auf der Südseite des Doms und in der Touristinfo. Online sind die Karten über Reservix erhältlich. Da die Kontaktdaten erfasst werden müssen, sollten Tickets möglichst im Vorverkauf erworben werden. - Presse/Bistum Speyer 

  Das gesamte Programm mit allen Künstlern steht auf der Seite der Dommusik zum Download bereit: https://www.dom-zu-speyer.de/dommusik/konzerte/internationale-musiktage/

 

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