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v. l. Moderator Dr. Michel-André Horelt (Team Ewen), Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder, Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Referatsleiter Baureferat Nord Michael Lumpp, Projektleiter Ralph Eckerle und Referatsleiter Ingenieurbau Walter Katzik. - Bild © Bernhard Bumb

Die Sanierung der Salierbrücke ist wohl doch erst im Frühjahr 2022 fertig

Bürgerversammlung in der Stadthalle Speyer

Das ursprünglich für März 2021 geplante Bauende der Sanierung und Ertüchtigung der Rheinbrücke Speyer (Salierbrücke) wird sich voraussichtlich auf Frühjahr 2022 verschieben. Das hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe bereits Ende November 2019 bei einer Projektbegleitkreissitzung mit anschließendem Pressegespräch bekanntgegeben. Über die genauen Gründe der Verlängerung der Bauzeit informierte das Regierungspräsidium Karlsruhe am heutigen Abend in einer Informationsveranstaltung in der Speyerer Stadthalle. Bereits eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung konnten sich Interessierte an Stellwänden informieren und ihre Fragen an die Experten stellen.

 

  Nach der Begrüßung der rund 500 Teilnehmer durch Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Stadt Speyer, erläuterte Michael Lumpp, Referatsleiter Baureferat Nord, die Gründe für die Verzögerung der Bauzeit von derzeit rund einem Jahr:

  So wurden im Februar 2019, rund einen Monat nach dem Beginn der Maßnahme, Schadstoffe (Polychlorierte Biphenyle (PCB)) im Bestandsmaterial der Brücke gefunden, die zunächst in einem sehr aufwändigen Verfahren beseitigt werden mussten. Weiterhin wurde im Zuge der Rückbauarbeiten festgestellt, dass die vorhandene Bausubstanz zum Teil erheblich von den Bestandsplänen abweicht. Die vorgesehenen Verstärkungsmaßnahmen mussten daraufhin tiefgreifend umgeplant werden. Diese Änderungen führen zu beträchtlichen neuen Abhängigkeiten und zusätzlichen Arbeitsschritten. Insbesondere haben sich die Leistungen im Stahlbau erhöht. Dabei werden zum Beispiel rund 1,2 Kilometer neue Schweißnähte benötigt, die nur mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden dürfen. Während ursprünglich die Maßnahmen im Betonbereich der Brücke für die Gesamtbauzeit ausschlaggebend waren, ist nun der Stahlbau dafür maßgeblich. Aufgrund des derzeitigen Fachkräftemangels konnten trotz intensiver Bemühungen des Regierungspräsidiums und der ausführenden Baufirma erst ab Januar 2020 zusätzliche Schweißer für die noch ausstehenden Stahlbauarbeiten gewonnen werden.

  Diese nicht vorhersehbaren Probleme führen zu einer Bauzeitverlängerung bis voraussichtlich Frühjahr 2022. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Arbeiten auf und an der Brücke extrem witterungsabhängig sind. Durch die Änderungen im Bauablauf verschieben sich diese Arbeiten jetzt in eine bautechnisch ungünstige Jahreszeit, was zu weiteren Verzögerungen führt. Dazu gehört beispielsweise das Anbringen des Korrosionsschutzes oder Klebearbeiten. Beides wird vorzugsweise im Sommer durchgeführt, verschiebt sich aber nun in die Wintermonate. Die als Witterungsschutz aufgestellten Zelte und Heizanlagen im Brückenbereich können die klimatischen Randbedingungen nur begrenzt verbessern.

Fairer Umgang eingefordert

  „Wir wissen, dass die Nutzung der Salierbrücke für viele Menschen in der Region wichtig ist und eine Verlängerung der Bauzeit eine große Belastung bedeutet. Ich habe großes Verständnis dafür, dass das Hauptinteresse der Verkehrsteilnehmer in einer schnellen Beendigung der Maßnahme liegt. Wofür ich jedoch kein Verständnis habe ist, wenn Mitarbeiter meines Hauses und die vor Ort tätigen Bauarbeiter neben den erschwerten Arbeitsbedingungen im Freien auch noch teilweise persönlichen und diffamierenden Verbalattacken ausgesetzt sind. Ich bitte deshalb alle um einen fairen Umgang miteinander, wobei uns die Belastung der Region infolge der Verzögerungen der Sanierungsarbeiten sehr bewusst sind“, appellierte Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder.

  Nach einer Diskussionsrunde, die von Dr. Horelt, Team Ewen, moderiert wurde, bedankte sich Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder bei den Anwesenden für die konstruktiven Beiträge. Sie versicherte erneut, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterhin alles dafür zu tun werde, die Bauzeit zu verkürzen.

  Das Regierungspräsidium Karlsruhe lädt am 9. Februar 2020 zu einer Baustellenführung ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich ab dem 30. Januar 2020, ab 18 Uhr, unter Bit.ly/salierbrücke anmelden.

 

Hintergrund

  Das Regierungspräsidium Karlsruhe führt seit Anfang 2019 eine Sanierung und Ertüchtigung der Rheinbrücke Speyer (Salierbrücke) im Zuge der B 39 durch. Durch das Programm zur „Statischen Nachrechnung von Straßenbrücken im Bestand“ im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur hatte sich herausgestellt, dass die Salierbrücke nicht nur dringend saniert, sondern auch in ihrer Tragfähigkeit ertüchtigt werden muss. Für die Maßnahme waren ursprünglich 26 Monate vorgesehen.

  Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe im März 2018 einen Projektbegleitkreis eingerichtet, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Gebietskörperschaften, der Politik, der Wirtschaft, der Rettungsdienste, des ÖPNV, Trägern öffentlicher Belange und weiteren Multiplikatoren zusammensetzt. - Presse/Regierungspräsidium Karlsruhe

  Weitere Informationen zu der Maßnahme sowie die Präsentation der heutigen Bürgerinformationsveranstaltung sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums unter www.rp-karlsruhe.de im Beteiligungsportal unter „Aktuelle Baumaßnahmen Nord“  B 39, Sanierung und Ertüchtigung der Rheinbrücke Speyer zu finden. Direkter Link: https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpk/Abt4/Ref471/Seiten/b39_rb_speyer.aspx

 

Zusätzliche Informationen